Der himmlische Lohn einer Mutter
Jedes Mal wenn ich eines dieser Personalienblätter ausfüllen muss, komme ich bei einem Datenfeld kurz ins Stocken – es ist das Feld, das nach meinem Beruf fragt. Mutter/Hausfrau ist bei mir die richtige Antwort. Nur das! Keine wichtige Berufsbezeichnung, denn meinen gelernten Beruf übe ich seit Jahren nicht mehr aus. Keinen Hochschulabschluss, mit dem ich trumpfen kann, keine gefragte Expertise, die mir ein anerkennendes Nicken gibt, und schon gar keinen ansehnlichen Lohn, mit dem ich in Verbindung gebracht werden kann. Was denkt wohl die Person, die meine Unterlagen durchliest, über mich? Was für ein Bild macht sie sich wohl von mir? Und wie wertet sie meinen “Beruf”?
Vielleicht geht es dir auch so, dass du dich fragst, was andere denken, wenn sie hören, dass du Mutter bist. Möglicherweise genügst du dir mit “nur” Mutter sein selbst nicht und strebst danach, mehr sein zu wollen! Eventuell wünschst du dir mehr vorweisbare Erfolge, geachtete Berufsbezeichnung und Leistung, stetige Weiterentwicklung und nicht zu vergessen eine entsprechende Entlohnung. Denn genau das wird in unseren Breitengraden mit einem Beruf und somit mit der Identität einer Person sehr stark in Verbindung gesetzt. Muttersein jedoch, vor allem wenn man es noch vollzeitlich ausübt, zählt in unserer Gesellschaft nichts von alledem und schon gar nicht als lohnenswert. Denn der Lohn einer Mutter fällt magerer aus als in jedem anderen Beruf. Er ist bei Null!
Ich weiss, dass viele Mütter deswegen in ihrer Rolle verunsichert und entmutigt sind. Denn in unserer heutigen Gesellschaft ist die Tatsache, einen Lohn zu verdienen, ein grosser Beweis für Wertschätzung, Fortschritt und Gleichberechtigung. Ein Lohn wird mit Bildung, Wissen und mit wichtigen und relevanten Tätigkeiten assoziiert. Viele Frauen kommen aufgrund des fehlenden Lohnes und der fehlenden Anerkennung zum Schluss, dass die Arbeit einer Mutter nicht viel wert und schon gar nicht erstrebenswert und lohnenswert ist. Und vielleicht bist auch du deswegen im Zweifel, ob du zu Hause bei deinen Kindern überhaupt etwas Bedeutungsvolles tust. Bist entmutigt, weil kaum jemand anerkennt, was du tagtäglich leistest, oder verunsichert, ob du nicht Fähigkeiten nachgehen solltest, die relevanter und lohnenswerter zu sein scheinen?
Lohnt es sich überhaupt, Mutter zu sein? Das könnte man zusammengefasst fragen! Aus dem heutigen gesellschaftlichen und finanziellen Blickwinkel betrachtet, ist die Antwort eindeutig: Nein, es lohnt sich gar nicht!
Und aus dem biblischen Blickwinkel?! Gottes Wort hat auch einiges zu diesen Themen zu sagen, nicht nur die Gesellschaft, und ist dabei glasklar, was für einen Wert das Muttersein hat und mit was für einer Einstellung und Motivation wir diesen Beruf ausführen sollen.
Darum lasst uns unsere Gefühle, Wahrnehmungen und Gedanken zu diesem Thema nun anhand des Wortes Gottes prüfen:
Berufen zur Mutter
Epheser 2,10: Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.
Epheser 4,1: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid.
Auch wenn du es warst, die sich einmal für Kinder und somit für die Mutterrolle entschieden hat, ist es doch Gott, der dir Kinder schenkte und dich somit zur Mutter machte. Es war also nicht alleine deine Wahl, Mutter zu werden, sondern Gottes Entscheidung (Psalm 127,3).
Mutter zu sein ist darum mehr als ein Beruf, den du ausgewählt hast, es ist eine Berufung, zu der Gott dich bestimmt hat! Zweifellos sollen darum die Werke, die Gott für dich vorbereitet und zu denen er dich berufen hat, in erster Linie innerhalb deiner Aufgaben als Mutter liegen.
Doch da gibt es noch mehr: Eine Berufung kann man nicht einfach selbstbestimmt abwählen. Eine Berufung steht unter der Autorität Gottes und verpflichtet uns, sie auch auszuführen. Wenn wir Mütter sind, müssen wir uns somit nicht fragen, was wohl die beste Aufgabe und berufliche Beschäftigung für uns sein könnte, oder daran zweifeln, ob wir wirklich das Richtige tun, wenn wir mehrheitlich für unsere Kinder und Häuser sorgen. Es ist ganz klar: Gott möchte, dass wir Mütter für unsere Kinder sorgen, sie lieben, sie erziehen und unser Zuhause pflegen (Titus 2,4, 1. Timotheus 5,8+10+14). Dazu hat er dich berufen.
nicht für Menschen
Kolosser 3,23+24: Was ihr auch tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisst, dass ihr vom Herrn als Vergeltung das Erbe empfangen werdet; ihr dient dem Herrn Christus.
Im Kolosserbrief gibt uns Paulus eine weitere wichtige Einstellung zu unserem Beruf als Mutter. Dort sagt er uns: “Egal was wir tun, wir sollen unsere Arbeit für Gott und somit nicht für Menschen tun”. Das heisst also, ob jemand nun an einem Arbeitsplatz oder wie wir Mütter zu Hause arbeitet, in jedem Fall soll unsere Motivation dazu sein, es für Gott zu tun.
Wenn du also für menschliche Anerkennung arbeitest, für mehr Lohn und ein bestimmtes Zugehörigkeitsgefühl, dann befindest du dich nicht im Willen Gottes. Und wenn du dich in deinem Mama-Alltag genau nach mehr von diesen Dingen sehnst, weil du sie von Menschen nicht bekommst, dann beziehen sich deine Wünsche auf unbiblische Dinge und sind somit eine nicht zu einem Christen passende Motivation zur Arbeit. Als Christen, und somit auch wir als Mütter, sollen nämlich nicht, wie Paulus in Epheser 6,6 sagt, mit Augendienerei, um Menschen zu gefallen arbeiten, sondern als Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun.
Leider treibt genau diese Motivation, vom Menschen gemacht und damit auch mit menschlicher Anerkennung verbundenen, viele Frauen zurück in die Arbeitswelt, anstatt dass sie bei ihren Familien bleiben. Dabei würde ihre Arbeit zu Hause genau die Anerkennung und Entlohnung empfangen, nach der sie sich sehnen. Und dann erst noch eine viel wertvollere, ehrlichere und bedeutendere als Menschen sie je geben würden – sie kommt von Gott höchstpersönlich.
Wenn wir für Menschen arbeiten zählen Ergebnisse, Jahresabschlüsse, Verkaufszahlen usw. Doch wenn wir für Gott arbeiten zählt unsere Treue, mit der wir unserer Berufung und den von ihm vorbereiteten Werken (Epheser 2,10) nachgegangen sind. Eines Tages werden wir alle vor Gott stehen. Ich für meinen Teil wünsche mir dann nichts mehr, als dass Gott wie in Matthäus 25,23 zu mir sagt: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn.
Für dich, liebe Mutter, bedeuten diese Verse, dass deine Arbeit zu Hause gesehen wird und auch wenn sie im Kleinen ist, wichtig ist. Ja, nicht unbedingt bei den Menschen, aber bei Gott, dem einflussreichsten und bedeutendsten Arbeitgeber, den es gibt.
Nicht für Geldliebe
Hebräer 13,5: Der Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist! Denn er hat gesagt: »Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.»
Dieser Vers in Hebräer zeigt uns eine weitere Einstellung zu unserer Arbeit, die auch wir Mütter uns zu Herzen nehmen sollen. Wir werden hier aufgefordert, uns nicht der Geldliebe hinzugeben, sondern uns mit dem zu begnügen, was Gott uns gibt. Unsere Motivation für eine Arbeit soll also nicht die Liebe zum Geld und der damit verbundene Luxus sein.
Die Bibel spricht viel und eindringlich über Geldliebe und die Gefahr, uns dadurch zu falschen Dingen hinreissen zu lassen. Auch sagt sie, dass wir nie genug davon haben werden. Ständiges Vergleichen und der Wunsch nach mehr, grösser und besser treiben heutzutage viele an. Dabei ist es nie genug und schlussendlich ist man trotzdem nicht zufriedener – es ist ein Haschen nach Wind, wie es der Prediger immer wieder beschreibt.
Prediger 5,9: Wer Geld liebt, wird des Geldes nicht satt, und wer den Reichtum liebt, nicht des Ertrages. Auch das ist Nichtigkeit.
1. Timotheus 6,10: Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.
Anstelle des Geldes sollen wir Gottes Willen suchen, genügsam sein und Gott vertrauen, dass er uns das Nötige gibt. Das sind vielleicht nicht grossartige Urlaube, ein eigenes Haus, das neueste Auto und die neuesten Trends und Dinge. Doch Gott sorgt für die, die seinen Willen suchen. Genügsamkeit ist dabei eine notwendige Haltung. Sie gibt uns Zufriedenheit und lässt uns auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren, die auch Gott wichtig sind.
Uns Mütter befreit diese biblische Ausrichtung vom Wunsch, nach mehr Einkommen zu streben, und somit davon, aus falscher Motivation einer bezahlten Arbeit nachgehen zu wollen. Es ist nicht immer falsch, dass eine Mutter auch etwas zum Einkommen beiträgt. Vor allem dann nicht, wenn es finanziell nicht anders geht. Doch diese Entscheidung sollte sehr ehrlich geprüft werden, mit der ernsthaften Frage, ob dies nicht aus einer Motivation nach mehr Geld, sprich dem Streben nach einem besseren Leben, geschieht.
Mein Mann und ich machen die Erfahrung, dass der Verzicht auf einen gewissen Luxus sich hundertmal auszahlt, weil wir uns dafür den “Luxus” leisten, dass ich ganz für die Kinder da sein kann. Wir erlebten gerade in diesem Verzicht schon oft, wie Gott auf erstaunliche Weise für die Seinen sorgt. Darum, liebe Mutter, anstelle dem irdischen Geld nachzujagen, jage einem ewigen Ziel nach: einem Leben im Willen Gottes.
Philipper 3,14: …und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
Und anstelle, dass du im “Rennen” bist, neben dem Muttersein noch mehr zu schaffen und zu verdienen, laufe in der Rennbahn Gottes und hole dir – auch durch Verzicht, sagt Paulus – einen ewigen und unvergänglichen Preis.
1. Korinther 9,24+25: Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.
Für ewigen Lohn
Ja, Mutter zu sein lohnt sich menschlich gesehen manchmal nicht, sondern hat viel eher seinen Preis. Es fordert Verzicht, sich selbst hinten anzustellen, Dinge aufzugeben und Zeit und Energie zu opfern. Es scheint dich immer wieder an wichtigerem zu hindern und an wenig Bedeutungsvolles zu binden. Während die anderen anscheinend wichtige Dinge erledigen, wiederholen sich die banalen Dinge in deinem Alltag ständig, Fortschritte sind kaum zu sehen und an manchen Tagen versuchst du einfach zu überleben.
Doch das ist eine ausschließlich menschliche Sicht. Aus Gottes Perspektive zahlt sich das Muttersein um das Zigfache aus und es lohnt sich tausendfach mehr als irgendetwas anderes, was wir als Mütter noch tun könnten. Indem wir nämlich für unsere Kinder sorgen, sie lieben und uns für sie hingeben, sind wir ein Abbild davon, was Jesus für uns auch tat. In deinen Taten, aber auch mit deinen Worten gibst du deinen Kindern das Wichtigste, was du ihnen geben kannst – das Evangelium.
Galater 1,4: … der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit er uns herausreisst aus der gegenwärtigen bösen Welt nach dem Willen unseres Gottes und Vaters,
Deine tägliche Arbeit zeigt, was bedingungslose Liebe ist, und beweist deinen Kindern, wie unendlich wichtig sie sind. Dass sie es wert sind, dass jemand sich für sie hingibt – wie Jesus, der sogar für uns starb. Mit deinem Alltag investierst du in die Beziehungen zu deinen Kindern und zeigst ihnen damit, dass es sich lohnt, sich auch an Gott zu binden und eine Beziehung mit Jesus einzugehen. Deine bedingungslose Liebe lehrt sie, dass man vertrauen kann, und du legst somit die Grundlage, dass sie auch Gott vertrauen. Mit all dem gebraucht dich Gott, für deine Kinder den Weg zum Kreuz und das ewige Leben zu ebnen. Und das alles hat Ewigkeitswert, liebe Mutter! Ein Preisschild kann man dieser Berufung kaum anhängen, und ich glaube auch nicht, dass irgend ein Mensch den Wert deiner Arbeit jemals in Form von Geld zurückzahlen könnte.
Doch Gott wird dich einmal dafür entlöhnen, in Form eines himmlischen Lohnes und in Form davon, dass du, was du gesät hast, auch ernten darfst. Denn unsere Hoffnung beschränkt sich nicht auf diese Erde, sondern auf die Ewigkeit. Dafür leben wir. Jesus sagt in Offenbarung 22, 12:
Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist.
Gott hat also etwas weitaus Besseres für dich im Sinn, als für Geld, Ansehen und irdische Schätze zu arbeiten. Du darfst für IHN arbeiten, für etwas, das ewigen Wert hat. Denn der Beruf, den Gott dir als Mutter gegeben hat, wird bis in alle Ewigkeit einen Unterschied machen. Stell dir vor, eines Tages im Himmel zu sein und auf all die Dinge blicken zu dürfen, die du im Willen Gottes getan hast. Mutter zu sein, ist eines dieser Dinge, weil Gott dich selbst zur Mutter machte und berief.
In der Ewigkeit wirst du keinen dieser Augenblicke bereuen, in dem du zwar hier auf Erden als Mutter gearbeitet und auf Lohn verzichtet hast, es dann aber hundertfach ausgezahlt bekommst. Auch wenn es hier auf Erden mit etwas an Unannehmlichkeiten, Verzicht und wenig Ansehen einhergehen kann, lass uns in unserer Berufung als Mutter segensreich säen, damit wir später auch segensreich ernten werden.
2. Korinther 9,6: Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten.
Und darum:
Wenn du dich also das nächste Mal fragst, ob es nicht eine bessere Aufgabe für dich gäbe, als Mutter zu sein? Dann denke daran, Gott hat dich zur Mutter berufen, und damit deine wichtigste Aufgabe zugewiesen!
Wenn dir das nächste Mal die Anerkennung in deinem Alltag als Mama fehlt? Dann denke daran, dass Gott sagt, dass du alles, was du tust, nicht für die Anerkennung der Menschen tun sollst, sondern für ihn!
Wenn du das nächste Mal vermisst, dass in deinem “Beruf” als Mutter, etwas Finanzielles dabei herausspringt? Dann denke daran, dass Gott sagt, dass Geldliebe die Wurzel allen Übels ist und dich von Gott wegtreibt. Gott ist dein Versorger und er sorgt für die Seinen auch finanziell.
Wenn du das nächste Mal denkst, deine Expertise als Mutter zähle nichts? Dann denke daran, dass Gott dich in Titus 2, 3–5 anweist, jüngere Frauen anzuleiten und ihnen dein Wissen weiterzugeben.
Und wenn du wieder die Wertschätzung einer Entlohnung vermisst? Dann denke daran, dass Gott dir mit deiner Aufgabe als Mutter viel Lohn im Himmel versprochen hat. Deine Aufgabe hat 100 % Ewigkeitswert, du investierst zwar in kein Bankkonto, aber in Unvergängliches und ewig Wertvolles.

