Biblische Hilfe für die Mutter, die besorgt in die Zukunft blickt
Um uns als Mütter Sorgen zu machen, brauchen wir nicht mal die Zeitung aufzuschlagen, denn allein schon unser alltägliches Leben gibt uns tausend Anlässe, uns Sorgen zu machen. Jedes Kind, ungeachtet seines Alters, bietet uns einen bunten Strauss an Themen, weswegen wir furchtsam sein könnten. Angefangen bei ganz kleinen alltäglichen Dingen bis zu grossen bedrohlichen Angelegenheiten – als Mutter kennst du sie zu Genüge, diese grossen und kleinen Sorgen und den besorgten Blick in die Zukunft.
Steckt es nicht auch schon in unserer Tätigkeit als Mütter, dass wir eben für unsere Kinder sorgen? Schnell kann dieses “für jemanden sorgen” eine andere Bedeutung erhalten und zu einem “sich sorgen” kippen. Alltägliche Themen wie Essen, Schlaf, Routine, Kleidung und Hygiene beschäftigen uns als Mamas Tag ein, Tag aus. Wenn alles gut läuft, kein Problem. Doch wenn nicht, sind wir selbst in diesen kleinen Dingen schnell in Sorge. Wie viel mehr noch bei fordernden Themen wie Entwicklung, Gesundheit, Bildung, Freizeit, Freundschaften, Erziehung und geistlicher Unterweisung. Als Eltern stehen wir in diesen Bereichen immer wieder vor Herausforderungen und Entscheidungen. Wenn es dabei hapert, schnellt unser Besorgnisbarometer ziemlich rasch in die Höhe und verschiedene Befürchtungen machen sich in uns breit. Erst recht besorgt sind wir bei sehr belastenden Umständen, die uns ganz individuell beschäftigen, wie schwere oder chronische Erkrankungen, familiäre Schwierigkeiten, schulische Probleme, Verhaltensauffälligkeiten bei unserem Kind oder ein traumatisches Ereignis. Aber auch äussere Faktoren, wie das Weltgeschehen, eine sinkende Moral, steigende Gewalt, finanzielle Nöte oder ein schwieriges Umfeld – da steigen Ängste und somit die Sorgen in ein quälendes Mass.
Auch ich kenne Sorgen in all diesen Bereichen. Während das eine Kind zu wenig isst, isst das andere zu viel. Ein Kind benötigt eine Zahnspange, ein anderes hat häufig Bauchschmerzen. Ein Kind strotzt vor Energie und weiss nicht, wohin damit, das andere ist schwächer, oft krank und benötigt schnell Pausen. Ein Kind hat eine schwierige Klassensituation, beim anderen geht es um die Frage der weiterführenden Schule. In den vergangenen Jahren hatten wir auch schon viele gesundheitliche Herausforderungen, wir kennen finanzielle Nöte und andere schwierige Umstände, die wirklich bedrohlich und teils existenziell waren.
Ich bin sicher, auch du kannst an dieser Stelle deine ganz eigene Aufzählung von kleinen und grossen Dingen machen, die dich momentan oder über die Jahre als Mutter beschäftigt haben, dich vor Sorge nicht schlafen liessen und deretwegen du besorgt in die Zukunft blickst. Momente, Phasen oder Umstände, in denen wir uns fragen: Wie werden sie weitergehen und wie wird es ausgehen? Was wird es für Konsequenzen für mein Kind oder unsere Familie mit sich bringen? Müssen wir mit dem Schlimmsten rechnen? Bringt die Zukunft Verschlechterung oder Besserung? Wie werden meine Kinder das meistern? …Und schon ist man mitten drin im Grübeln und mit Sorgen beschäftigt.
Blindflug und Schleuderpartie
Das Unangenehme in Situationen, in denen wir uns Sorgen machen, ist ja, dass wir uns dabei in Umständen befinden oder mit Problemen konfrontiert sind, über die wir keine Kontrolle haben. Dazu kommt eine Ungewissheit darüber, wie sie ausgehen werden. Schwierige Umstände sind vom Gefühl her, wie mit einem Flugzeug im dicken Nebel zu landen, oder bei rutschigen Strassenverhältnissen eine Vollbremsung zu machen. Wir befinden uns im “Blindflug”, sehen kaum ein paar Meter weit, kennen unsere Zukunft nicht und wissen in manchen Umständen kaum, wie es weitergehen soll. Zudem haben wir keine Kontrolle und unsere Versuche, die Umstände zu lenken, sind oft kaum oder gar nicht wirksam.
Wir Menschen geben nicht gerne die Kontrolle ab. Wir haben es gerne, wenn wir das Gefühl haben, dass wir alles im Griff haben und Herr unserer Umstände sind. Wir planen gerne im Voraus, verfolgen gewisse Ziele und möchten wissen, was uns in Zukunft erwartet. Schnell kann es dann passieren, dass wir uns auf unser stabiles Einkommen, unsere Gesundheit, unsere Planungsfähigkeit und unsere Effizienz, den Alltag zu meistern, stützen und uns davon Sicherheit erwarten.
Doch es braucht nicht viel und wir merken, wie schnell unsere Stabilität ins Wanken kommt. Nur weniges läuft anders, und die Dinge stehen nicht mehr in unserer Macht. Wenn ein Baby schlecht schläft, ein Kind im Alltag Mühe hat, das Umfeld ihm zum Schaden ist, wenn Beziehungen schwierig sind, oder es durch wiederholte Kleinigkeiten ständig in unserem Alltag knarzt. Wenn eine Krankheit zuschlägt und wir ihr und den Ärzten ausgeliefert sind. Wenn das Einkommen wegbricht oder unerwartete finanzielle Belastungen auftreten. Dann merken wir erst recht, wie schwach wir sind und wie wenig wir an unserer Zukunft ausrichten können.
Kontrollieren zu wollen und die Zukunft kennen zu wollen, ist Teil unseres sündhaften Wesens, das Gott ablehnt, um selbst wie Gott sein zu wollen. Das war auch der Punkt, mit dem die Schlange Eva verführte (1. Mose 3, 4-6), in dem sie ihr versprach, nach dem Essen der Frucht wie Gott zu sein und Gottes Einsicht zu haben. Nicht umsonst muss uns die Bibel darauf hinweisen, auf Gott zu vertrauen und nicht auf unseren Verstand. Oder dass wir zwar planen, Gott aber derjenige ist, der unsere Pläne gelingen lässt oder nicht.
Psalm 3,5: Vertraue auf den HERRN mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Prediger 16,9: Das Herz des Menschen plant seinen Weg,
aber der HERR lenkt seinen Schritt.
Wir tun immer gut daran, wenn wir uns überlegen, wie wir uns auch in kleinen, sorgenvollen Situationen verhalten. Nehmen wir unser Schicksal vielleicht immer mal wieder selbst in die Hand und versuchen, die Dinge für uns selbst und für das Ziel eines unbekümmerten Lebens gar selbst zu richten? Oder versuchen wir, möglichst viel Sicherheit in unserem Leben zu planen und weichen Unangenehmem oder potenziell Unsicherem geschickt aus?
Klar gehen wir mit unseren Kindern zum Arzt, wenn sie krank sind, lassen sie impfen, um schlimmere Kinderkrankheiten zu vermeiden, machen Pläne für die Zukunft, teilen unsere Finanzen ein, schliessen vorsorglich eine Versicherung ab und versuchen, unseren Kindern praktisch wie geistlich alles mitzugeben, was sie in Zukunft benötigen werden. Solche Sicherheitsmassnahmen sind weise und nützlich und können ein Teil davon sein, wie Gott für uns sorgt. Doch die Frage ist: Vertrauen wir diesen Massnahmen, unseren “sicheren” Umständen, und unseren Anstrengungen mehr als Gott selbst? Ich bin überzeugt, dass Gott jeden Christen bewusst immer wieder mal in Situationen führt, in denen wir keine Kontrolle haben und Ungewissheit über die Zukunft uns beschäftigt. Nicht weil er uns plagen oder für etwas bestrafen möchte, sondern ganz einfach, weil er möchte, dass wir uns auf ihn verlassen und nicht auf uns. Manche dieser Situationen lassen uns beinahe an Gottes Güte zweifeln und sind so heftig, dass wir uns fragen: Meint Gott es noch gut mit uns? Haben wir etwas falsch gemacht? Oder wieso passiert das uns?
Die Bibel behandelt das Thema der Sorgen immer wieder und gibt uns auch viele Beispiele von Menschen, die grosse Ängste hatten. Allein schon in den Psalmen lesen wir von Personen in sehr sorgenvollen Situationen, welche sie ungeschönt schildern, und die in ihrer Not zu Gott rufen. Ein Beispiel gibt uns David, der in seiner Not sogar zweifelt:
Psalm 13,2-3: Bis wann, HERR? Willst du für immer mich vergessen? Bis wann willst du dein Angesicht vor mir verbergen? Bis wann soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen bei Tage? Bis wann soll sich mein Feind über mich erheben?
Die Bibel ist eindeutig: Im Leben eines Menschen, und vor allem auch eines Christen, läuft nicht immer alles rund. Wir werden früher oder später mit Umständen konfrontiert sein, die wirklich schwierig sind und die uns Sorgen bereiten. Und das ist ein Punkt, der zeigt, wie alltagsnah und immer noch aktuell die Bibel auch heute noch ist.
Sorgt euch um nichts, denn …
Gott verneint unsere schwierigen Umstände nicht, sondern gibt uns verschiedene Anweisungen, wie wir mit unseren Sorgen umgehen sollen, sodass sie uns nicht erdrücken. Ganz generell lesen wir immer wieder, dass wir uns um nichts sorgen sollen, sondern alles, was uns beschäftigt, Gott bringen können:
Philipper 4,6+7: Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!
1. Petrus 5,7: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
Gott verspricht in diesen Versen nicht, dass sich unsere schwierigen Umstände immer sofort auflösen, sobald wir unsere Sorgen bei Gott abladen. Auch das sehen wir in verschiedenen Psalmen immer wieder. Denn die Umstände oder Probleme der Psalmenschreiber ändern sich häufig nicht, doch ihr Blick ändert sich, weg vom Problem hin zu Gott. Wenn wir den oben erwähnten Psalm 13 weiterlesen, sehen wir genau das:
Psalm 13,4-6: Schau her, antworte mir, HERR, mein Gott! Mach hell meine Augen, dass ich nicht zum Tod entschlafe! Dass mein Feind nicht sagt: »Ich habe ihn überwältigt!«, meine Bedränger nicht jauchzen, wenn ich wanke. Ich aber, ich habe auf deine Gnade vertraut; mein Herz soll jauchzen über deine Rettung. Ich will dem HERRN singen, dass er mir Gutes erwiesen hat.
Überhaupt verspricht uns die Bibel an keiner Stelle ein angenehmes und problemfreies Leben, wenn wir Gott nachfolgen (Joh. 16,33: In der Welt habt ihr Bedrängnis …). Doch was uns Gott verspricht, ist übernatürlicher Friede, seine Gegenwart und dass er für uns sorgen wird.
Im Matthäus-Evangelium finden wir einen ganzen Abschnitt zum Thema Sorgen. Auch hier erhalten wir eine ganz deutliche Aufforderung, uns nicht zu sorgen. Nicht einmal in alltäglichen Dingen.
Matthäus 6,31–34: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
Oft sehen wir das nicht so. Es ist ja normal, dass man sich mal Sorgen macht. Aber im Grunde sündigen wir jedes Mal, wenn wir uns sorgen, da wir gegen Gottes Anweisung handeln. Dabei gibt die Bibel uns drei Gründe, warum wir uns nicht sorgen sollen:
1. Deine Sorgen bewirken nichts
Der erste Grund, den Jesus in der Bergpredigt vom Matthäus-Evangeliums nennt, ist, dass unsere Sorgen nichts an unseren Umständen ändern werden. Nicht einmal Dinge, die am nächsten Tag geschehen werden, können wir verändern.
Matthäus 6,27+34: Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?
So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.
Vielleicht liegst du nachts lange wach und grübelst über den nächsten Tag, überlegst, wie du etwas machen oder schaffen sollst oder wie etwas wohl ausgeht? Gott gibt uns hier einen wichtigen Grund, warum wir dies nicht tun sollen, und zeigt wie exakt er unser menschliches Denken kennt. Unser Sorgen ändert nämlich nichts an unseren Umständen und löst auch keine Probleme. Mit diesen Versen wird auch eindeutig klar, dass wir eben nicht die Kontrolle haben. Gott hingegen schon, denn er ist allmächtig, ihm ist nichts zu gross oder unmöglich.
Epheser 3,20: Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Massen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäss der Kraft, die in uns wirkt …
Darum, anstatt uns selbst zu sorgen, legen wir doch unsere Sorgen dem hin, der an unseren Umständen auch etwas ändern kann.
2. Du bist für Gott wertvoll
Gehen wir zurück in unsere Matthäus-Stelle. Dort finden wir einen Vergleich, wie Gott die Blumen kleidet und wie er die Vögel ernährt.
Matthäus 6, 26+28-30: Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie?
Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
Wenn Gott schon für die Vögel und die Blumen so gut sorgt, wie gut wird er dann für uns Menschen sorgen, die wir nach seinem Ebenbild geschaffen sind, gemacht, um mit Gott Gemeinschaft zu haben? Ist das nicht ein tröstlicher Gedanke? Gott sorgt für dich, weil du für ihn unendlich wertvoll bist. Gerade bei sehr schweren Schicksalsschlägen oder Umständen können wir schnell zweifeln, ob Gott es gut mit uns meint. Oder bestraft er uns sogar? Wir dürfen uns erinnern: Gott tut Gutes und ist immer gut (Ps.100,5 und 119,68). Und so ist auch unser schwierigster Umstand ein Ausdruck seiner Liebe, weil er uns gerade darin seine Fürsorge und Treue zeigt. Dass Gott uns selbst im dunkelsten Tal beisteht (Ps 23), ist eine Erfahrung, die ich auch schon machen musste. Eine unglaublich wertvolle Erfahrung, die ich niemals für ein perfektes und problemfreies Leben eintauschen möchte und in der ich jedes Mal feststellen musste: Gott weiss besser, was gut für mich ist. Meine Wünsche sind weltorientiert. Was er mir gibt, hat Ewigkeitswert, heiligt meinen Charakter und lässt mich Gottes Grösse immer mehr erkennen und ihn anbeten. Und so kann ich wirklich bezeugen, was in Römer 8, 28 steht: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.
Nimmt dieses Wissen, dass Gott immer unser Bestes möchte, weil wir ihm unendlich wichtig sind, nicht viel Grund zur Sorge weg?
3. Gott soll uns wichtiger sein als alles andere
Und dann ist da noch dieser dritte Grund, warum wir uns nicht sorgen sollen.
Matthäus 6, 32-33: So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiss, dass ihr dies alles benötigt. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.
Das Sorgen sollen wir der Welt überlassen. Warum? Ein Kind Gottes braucht sich nicht zu sorgen, weil Gott genau weiss, was es braucht. Und somit sollen Kleidung, Essen und Trinken und auch alles danach Kommende nicht unsere erste Sorge sein. Unsere erste Sorge soll sein: Wie können wir Gott ähnlicher werden und ihm dienen?
Vor allem in finanziell schmalen Zeiten. Z. B. als mein Mann an der Bibelschule studierte und wir mit wachsender Familie zwei Jahre ohne festes Einkommen leben mussten, erlebten wir einige Male, wie Gott für uns genau in diesen alltäglichen Bereichen sorgte. Einige Male sorgte Gott für uns durch eine rechtzeitige Spende oder eine unerwartete Rückerstattung genau zur richtigen Zeit. Gott schenkte uns auch schon in letzter Minute eine Wohnung, ein dringend benötigtes Auto, Möbel oder Kleidung. Ich erinnere mich, dass ich einmal dringend Umstandskleidung benötigte. Eines Tages bekam ich einen ganzen 60-Liter-Sack voller Umstandskleidung, genau in meiner Grösse und auch noch von meiner Lieblingsmarke. Verwundert stellte ich aber auch fest, dass der Sack auch Kleidung in Grösse XS beinhaltete, die mir überhaupt nicht passte. Ich musste mich allerdings nicht lange wundern, denn zeitgleich kam ich mit der Frau eines anderen Studenten in Kontakt, die verzweifelt Kleidung in ihrer Grösse XS suchte (und sich auch nichts leisten konnte). Und so konnte ich dieser werdenden Mutter ein ganzes Paket mit für sie passender Umstandskleidung zuschicken und mich darüber freuen, dass Gott durch mich auch noch für diese Frau sorgte.
Ich könnte noch viele ähnliche Geschichten erzählen, wie Gott schon für uns sorgte. Was sie alle gemeinsam haben, ist das: Wer sich für Gott aus dem Fenster lehnt, der wird auch erfahren, wie Gott für einen sorgt. Wir können getrost schlafen, denn Gott sorgt für die, die ihm dienen.
Unbekümmert der Zukunft entgegenlachen
In Sprüche 31 wird eine Frau beschrieben, die uns ein grosses Vorbild darin ist, wie sie der Zukunft entgegenblickt.
Sprüche 31,25: Kraft und Hoheit sind ihr Gewand,
und unbekümmert lacht sie dem nächsten Tag zu.
Die beschriebene Frau aus Sprüche 31 verkörpert eine Frau, die weise und somit in Gottesfurcht lebt (Spr. 31,30 b: ... aber eine Frau, die den HERRN fürchtet, die wird gelobt werden.) Und diese Frau lacht dem nächsten Tag entgegen, weil sie sich um den nächsten Tag, und somit um ihre ganze Zukunft nicht sorgt. Was für ein Kontrast zu meinen und deinen Sorgen, die wir uns doch häufig machen! Und was für ein Unterschied zu uns, die wir uns doch häufig schwach fühlen in unseren Umständen.
Zurecht können wir uns fragen, ob dies überhaupt ein realistisches Vorbild ist. Immer stark sein, nie zweifeln und dann angesichts der ungewissen Zukunft oder bedrohlicher Umstände auch noch Fassung wahren und lachen? Ist das nicht zu viel verlangt? Man kann auch argumentieren, dass es dieser Frau einfach auch sehr gut ging! Denn anscheinend war sie gut betucht (Sp. 31, 22+ 24), die Wirtschaft schien zu dieser Zeit zu florieren (V.14 +24), sie hatte einen guten Ehemann (V.11), der angesehen war (V. 23), Müdigkeit kannte sie auch nicht (V.15.+ 18) und ihre Kinder machten ihr offensichtlich keine Sorgen (V. 28)! Hätte sie unsere Sorgen oder Umstände, würde auch ihr das Lachen schnell vergehen.
Doch woher nimmt diese Frau ihre Zuversicht und Ruhe bezüglich der Zukunft? Was macht sie stark? Ihre Frauen-Power, der Glaube an sich selbst und dass sie alles schaffen kann? Was uns Frauen heute viel eingeredet wird, worin unsere Stärke angeblich liegt, entspricht überhaupt nicht dem, was uns das Beispiel dieser Frau zeigen möchte. Denn die Stärke und ihr Vertrauen zentrieren sich ganz alleine auf Gott. Sie kann sich “auf die Zukunft freuen” (wie dieser Vers in einer englischen Bibelübersetzung lautet: “and she shall rejoice in time to come” (Spr. 31,25 KJV), weil sie gottesfürchtig ist. Sie ist auch in schwierigen Zeiten widerstandsfähig und auch in angstvollen Zeiten freudig, weil sie ihr Vertrauen ganz auf Gott setzt.
Sie vertraute nicht auf die Wirtschaftslage, die Politik, ihr Einkommen, oder auf ihren IQ. Auch nicht auf ihre Gesundheit, auf ihren Ehemann, darauf, wie geschickt sie den Alltag zu managen weiss oder wie gut sie ihre Kinder im Griff hatte. Die Sprüche 31 Frau hatte all diese guten Ausgangssituationen. Und trotzdem heisst es von ihr, dass sie Gott fürchtet. Und Gottesfurcht bedeutet immer auch Gottvertrauen. Gott über ihre Sorgen, Wünsche und Probleme zu stellen, das ist ihre Ausgangslage, aus der ihre Stärke und Zuversicht folgen, nicht umgekehrt.
Als Frauen, die ebenfalls Gott fürchten, dürfen auch wir diese Stärke und Zuversicht unser Eigen nennen. Selbst in unseren schwersten Stunden, in dunklen Tälern, in denen wir weder die Kontrolle haben noch sehen was kommt, können wir Ruhe bewahren, weil wir dem Gott vertrauen, der alles kann. Wenn wir unsere Sorgen bei Gott ablegen und ihm anvertrauen, dann machen wir eine Erfahrung, die tausendmal wertvoller ist als ein unbekümmertes Leben. Es ist die Erfahrung und die Gewissheit: Gott lässt mich nie los, er ist mein Fels, der mich immer auffangen wird. Und auch wenn ich sehr tief falle, kann ich nie tiefer fallen als in seine Hand, dem sichersten Ort, den es gibt. Selbst wenn unsere grösste Sorge Wirklichkeit werden sollte, ist Gott immer noch bei dir, er hat alles unter Kontrolle. Gott benötigt in deinem Leben und im Leben deiner Kinder keinen Plan B, bei ihm ist alles Plan A, denn Gott macht keine Fehler und er ist ein guter und liebender Gott, der immer unser Bestes möchte.
Und so, liebe, besorgte Mutter, lege deine Sorgen nieder und lache mutig und zuversichtlich der Zukunft entgegen, weil du dein Vertrauen und deine Zuversicht uneingeschränkt in Gottes Hände legst. Mache es wie David uns in Psalm 40 vormacht, und wende deinen Blick weg von deinen Sorgen hin zu unserem souveränen, allmächtigen und liebenden Gott und erwarte im Vertrauen seine Hilfe:
Psalm 40,2-6: Beharrlich habe ich auf den HERRN geharrt, und er hat sich zu mir geneigt und mein Schreien gehört. Er hat mich heraufgeholt aus der Grube des Verderbens, aus Schlick und Schlamm; und er hat meine Füsse auf Felsen gestellt, meine Schritte fest gemacht. Und in meinen Mund hat er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang auf unseren Gott. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf den HERRN vertrauen. Glücklich der Mann, der den HERRN zu seiner Zuversicht macht und sich nicht wendet zu den Drängern und den in Lüge Festgefahrenen! Herr, mein Gott, wie zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, und deine Pläne, die du für uns gemacht hast; dir ist nichts gleich! Wollte ich sie verkündigen und davon reden – es sind zu viele, um sie aufzuzählen.

